Bericht im Januar 2012

Schon ist wieder ein neues Jahr angebrochen und es wartet viel Arbeit auf uns.

Die Patenschaften werden neu organisiert und geordnet (wir bitten da noch um etwas Geduld!).

  • Wir arbeiten schon seit einiger Zeit u. a. mit der belgischen Hilfsorganisation „Forward Haiti“ zusammen. Die engagierte Vorsitzende dieses Vereins, Catherine Saintenoy, reist regelmäßig nach Haiti und kümmert sich um die pädagogische Betreuung unserer Heimkinder. Sie greift den haitianischen HeimleiterInnen und MitarbeiterInnen, wo nötig, unter die Arme, bespricht mit jedem einzelnen Kind und Jugendlichen, wie es in der Schule vorankommt und wie es sich im Heimleben zurechtfindet.
  • Aus Erfahrung haben wir gelernt: Eine europäische Hilfsorganisation muss regelmäßig und genau überprüfen, was in Haiti tatsächlich vor sich geht. Die Besuche durch unsere belgische Mitarbeiterin erlauben einen konstruktiven Dialog zwischen den haitianischen Angestellten, den Kindern und Jugendlichen und dem Vorstand der Haiti Kinder Hilfe. Die Vorsitzende Claire Höfer und ihr Mann fahren mindestens einmal im Jahr nach Haiti, so dass auch hier die Verbindung immer wieder aufgefrischt und erhalten wird.
    Manches, was wünschenswert wäre, kann bei der „Haiti Kinder Hilfe“ nicht immer so prompt erledigt werden, wie das bei größeren Institutionen der Fall ist. Der gesamte Vorstand der Haiti Kinder Hilfe arbeitet ehrenamtlich und die erste Vorsitzende hat außerdem daneben noch ein volles Berufsleben zu bewältigen. Das bringt manchmal unvermeidbare Verzögerungen mit sich, für die wir Sie um Ihr Verständnis bitten.
  •  Unser Mädchenheim läuft sehr gut. Es sind neue Mädchen dazugekommen: ältere, die studieren und jüngere, die gerade mit der Schule angefangen haben. Nun gilt es besonders darauf zu achten, dass sich die Kinder und Jugendlichen für die Schule anstrengen, damit noch vorhandene Defizite aufgeholt werden. Eine gute Schulbildung ist das A und O für einen gelingenden weiteren Lebensweg.
  • Unter der Rubrik “Kinder und Jugendliche berichten“ finden Sie Berichte der Mädchen, z. B. von Marie-Maude F., in dem diese schildert, wie die Weihnachtszeit verlief. Wir bemühen uns darum, dass jeden Monat ein Mädchen einen ganz persönlichen Bericht schreibt, der dann hier auf der Homepage veröffentlicht wird.
  • Die Wohngemeinschaft der Jungen ist erstaunlich lange ohne große Schwierigkeiten gut gelaufen. Eines Tages kam ein Hilferuf: Der Bruder von einem der „Wohngemeinschaftler“, war aufgetaucht und bedrohte manche der Jungen, um ihnen ihr Taschengeld abzunehmen. Zum Glück konnten einige Erwachsene sofort für Ordnung sorgen. So ist wieder Ruhe eingekehrt.
    Wir haben ein größeres Haus angemietet und einen Betreuer eingestellt, der sich gut bewährt. Er genießt den Respekt und das Vertrauen der Jungen.
  •  Wir unterstützen noch „extern“ mehrere Kinder und Jugendliche sowie einige Studenten. Einige davon wollen wir über kurz oder lang in eines unserer Heime aufnehmen, weil ihre Lebens-bedingungen schlimm sind. Einige wenige leben bei ihren Eltern. Die anderen haben ein Obdach gefunden. Viele bekommen von uns die Grundnahrungsmittel: Reis, Bohnen, Öl und Zucker.

Voll hoffnungsvollem Realismus packen wir das Jahr 2012 an!

Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung grüßt Sie der Vorstand der Haiti Kinder Hilfe

Claire Höfer, Winfried Hoffmann, Alois Vogg

Marie-Maude raconte

Bonjour tout le monde, bonjour à tous les amis de Haïti Kinder Hilfe,

 C’est moi qui aujourd’hui viens vous donner des nouvelles du foyer. Cela me fait   très plaisir.

Je m’appelle Marie Maude, j’ai 15 ans, je suis en 6ièmeannée fondamentale.

Mon papa et ma maman sont morts, je suis seule et c’est pour cela que je suis au foyer. J’ai un frère et une sœur que je ne vois pas, je ne sais pas où ils habitent.

Je suis arrivée à l’orphelinat à 7 ans. Je me souviens qu’avant j’habitais dans la campagne dans une toute petite maison. Nous avions un petit jardin avec quelques poules et une vache. Mon papa cultivait le maïs et les pistaches.

A l’école j’aime surtout le français et l’informatique que je commence à faire.

Ici j’aime aider  à la préparation de la cuisine: piller les épices, trier les pois.

La semaine dernière c’était mon anniversaire, le 13 décembre, j’ai eu comme cadeau un parfum et une crème. J’ai été contente ce jour là.

Idalex a eu un robot pour son anniversaire qui était le 20 décembre. A chaque anniversaire, chacun reçoit un petit cadeau.

Je ne sais pas encore ce que j’aimerais faire plus tard.

Depuis deux mois, nous avons eu plusieurs visites.

Béatrice qui est professeur en France, c’est une amie d’Eugène. Elle est venue pour passer trois semaines avec nous pour nous aider dans notre travail scolaire. Elle enseigne le français, l’espagnol et l’anglais. Elle connaît aussi beaucoup d’autres langues. Elle a organisé cinq groupes de travail et consacre une heure tous les jours à chacun des groupes.

Nous avons eu une première rencontre avec Madame Magdala qui va venir tous les jours à partir du 3 janvier 2012 pour nous aider dans notre travail scolaire et aussi pour d’autres activités.

Catherine est venue passer 8 jours en novembre, c’est toujours une grande joie pour nous. Elle est partie quelques jours avec Eugène pour travailler à l’orphelinat de Cap Haïtien.

Eugène est revenu 8 jours en décembre pour passer Noël avec nous. Il en profite toujours pour faire quelques travaux. Il a finit d’installer le fil à linge, des réparations en électricité plomberie et différentes choses. Ça nous fait plaisir de le voir avec nous.

La maman de Maud qui vit dans les mornes est venue pour quelques jours avec nous.

Deux petites filles Miguelite et Westangli sont arrivées pour rester avec nous au foyer, nous serons donc deux de plus à vivre ici.

Jessica et Jocelaine ont commencé leurs études d’infirmières à l’université.

Aujourd’hui, nous avons reçu nos carnets scolaires avec les notes du trimestre. J’ai la moyenne de 6,41 sur 10 comme ma moyenne de l’année dernière.

En ce moment, les cuisinières préparent le repas pour la fête de ce soir! C’est Noël.

Ce soir Jésula et Phénia vont chanter avec leur chorale pour un concert.

Madame Thomas avec des filles du foyer a fait de très bonnes confitures de chadèques, hum! C’est bon.

Hier nous avons reçu le congélateur pour conserver les viandes.

Depuis 15 jours nous n’avons plus d’eau au robinet ni dans la salle d’eau, la pompe est cassée. Nous espérons qu’elle sera remplacée très vite.

Un ami d’Eugène, frère Jacques du morne saint Benoît, a emmené les lits des grandes pour les réparer, car ils étaient cassés. Il faut ressouder les barres de fer.

Avec toutes les filles, nous pensons à vous, c’est grâce à vous que nous sommes dans ce foyer.

Nous vous souhaitons à toutes et à tous une bonne année 2012

 

Le 24 décembre 2011

Marie Maude

Brief von Marie-Maude

Den Originalbrief finden Sie unter der Rubrik: “des enfants racontent”

Vous trouvez la lettre d’original sous la rubrique: “des enfants racontent”

24.  Dezember 2011

Allen einen guten Tag und allen Freunden der Haiti Kinder Hilfe.

Heute bin ich es, die Ihnen Neuigkeiten aus dem Heim der Haiti Kinder Hilfe mitteilt. Das macht mir sehr viel Freude.

Ich heisse Marie Maude F., bin 15 Jahre alt und besuche die 6. Klasse der Grundschule. Mein Vater und meine Mutter sind gestorben, ich bin alleine und darum bin ich im Kinderheim. Ich habe einen Bruder und eine Schwester, die ich aber nicht sehe, denn ich weiß nicht, wo sie wohnen.

Ich bin mit sieben Jahren ins Kinderheim der Haiti Kinder Hilfe gekommen. Ich erinnere mich, dass ich vorher auf dem Land in einem ganz kleinen Haus wohnte. Wir hatten einen kleinen

Garten mit einigen Hühnern und eine Kuh. Mein Vater baute Mais und Pistazien an.

In der Schule mag ich besonders Französisch und Informatik, die ich anfange zu lernen.

Hier helfe ich gerne bei den Vorbereitungen in der Küche: z.B. die Gewürze richten und die Erbsenschoten öffnen.

Letzte Woche war mein Geburtstag (am 13. Dezember); ich habe als Geschenk ein Parfüm und eine Creme bekommen. An diesem Tag habe ich mich besonders gefreut.

Idalex hat am 20. Dezember Geburtstag. Am Geburtstag erhält jeder ein kleines Geschenk.

Ich weiß noch nicht, was ich später machen möchte.

In den letzten zwei Monaten haben wir mehrere Besuche gehabt.

Béatrice, die Professorin/Lehrerin aus Frankreich, ist eine Freundin von Eugène. Sie ist gekommen, um drei Wochen mit uns zu verbringen, um uns bei unserer Schularbeit zu helfen. Sie unterrichtet Französisch, Spanisch und Englisch. Sie kennt auch viele andere Sprachen.

Sie hat fünf Arbeitsgruppen gebildet und widmet jeder der Gruppen eine Stunde am Tag.

Wir hatten eine erste Zusammenkunft mit Frau Magdala, die ab dem 3. Januar 2012 jeden Tag kommen wird, um uns in unserer Schularbeit und auch bei anderen Aktivitäten zu helfen.

Catherine ist gekommen und verbrachte acht Tage im November mit uns, was für uns immer eine große Freude ist. Sie ist einige Tage mit Eugène weggegangen, um im Kinderheim der Haiti Kinder Hilfe e.V. in Cap-Haitien zu arbeiten.

Im Dezember kam Eugène in unser Heim, um Weihnachten mit uns zu verbringen. Er nutzt dann immer die Zeit, um im Haus einige Arbeiten zu machen. Er hat die Wäscheleine fertig gestellt, Reparaturen an der Wasserleitung vorgenommen, sich um die Elektrizität gekümmert und verschiedene andere Sachen gemacht. Wir haben ihn gerne bei uns.

Die Mama von Maud, die in den Bergen lebt, ist auch für einige Tage zu uns gekommen.

Zwei kleine Mädchen Miguelite und Westangli sind gekommen, um mit uns im Kinderheim zu bleiben, wir werden also zwei mehr sein, die hier leben.

Jessica und Jocelaine haben ihre Krankenschwesternausbildung an der Universität begonnen.

Heute haben wir unsere Zeugnisse mit den Ergebnissen des Quartals erhalten. Ich habe als Durchschnitt  6,41 von 10, wie im letzten Jahr.

Im Moment bereiten die Köchinnen die Mahlzeit für das Fest dieses Abends vor! Denn es ist Weihnachten.

Heute Abend werden Jésula und Phénia mit ihrem Chor in einem Konzert singen.

Frau Thomas hat mit Mädchen des Kinderheimes sehr gute Marmelade aus chadèques gemacht. Hm! Das schmeckt gut!

Gestern haben wir eine Tiefkühltruhe erhalten, um Fleisch aufzubewahren.

Seit 15 Tagen haben wir kein Wasser mehr, weder aus dem Hahn noch im Badezimmer; die Pumpe ist kaputt. Wir hoffen, dass sie schnell ersetzt wird.

Ein Freund von Eugène, Bruder Jacques von den Bergen bei Saint-Benoît, hat die Betten der Großen mitgenommen, um sie zu reparieren, denn sie waren gebrochen. Man muss die Eisenstangen wieder zusammenschweißen.

Alle Mädchen denken an Sie, dank Ihnen sind wir in diesem Kinderheim der Haiti Kinder Hilfe. Wir wünschen Ihnen allen ein gutes Jahr 2012.

Marie Maude

Heute ist der 26.Dezember.

Heute Morgen hat Eugène mit einem Taxi (tap-tap = Sammeltaxi) und einigen Mädchen auf dem Markt eine Holz-Platte, grüne Farbe und einen Pinsel gekauft, um uns daraus eine große Tafel zu machen, die im Haus der Großen aufgestellt wird. Der erste Anstrich ist erfolgt, der zweite morgen.

Wir haben jetzt (wieder) Wasser, weil die neue Pumpe installiert wurde.

Weihnachtsgruß 2011

Laden Sie hier den kompletten Weihnachtsgruß 2011 als PDF herunter

Vorstand der Haiti Kinder Hilfe erneut bestätigt!

 

Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer der Haiti Kinder Hilfe,

 

wir freuen uns, dass wir Ihnen heute eine klare und für die Zukunft hoffnungsvolle Mitteilung machen können.

Bei der Mitgliederversammlung am 29.10.2011 in Aichach bei Augsburg wurden wieder gewählt als

 

erste Vorsitzende                        Claire Höfer
zweiter Vorsitzender                   Winfried Hoffmann
Schatzmeister                              Alois Vogg

neu: Rechnungsprüfer                Karl Stängl und Hans Wendl.

 

Die nach dem Erdbeben im Januar 2010 umfangreicher und vielfältiger gewordenen Aufgaben forderten einen Arbeitsstil, der Kooperationsfähigkeit und Bereitschaft zur Teamarbeit notwendig machte.

Finanzielle Klarheit und eine Änderung im Umgang mit Mitarbeitern und Jugendlichen waren dringend nötig.

Nun sind wir froh, dass wir als Vorstand der Haiti Kinder Hilfe e. V. wieder zielgerichtet und mit Schwung für die Kinder und Jugendlichen arbeiten können.

Das Schuljahr ist für unsere Jugendlichen mit gutem Erfolg zu Ende gegangen. Alle bis auf zwei haben das Klassenziel erreicht und unsere vier Abiturienten – ein Mädchen und drei Jungs – haben mit guten Ergebnissen bestanden.

Jugendliche aus unserem Mädchenheim

Wie wir Ihnen bereits früher mitgeteilt haben, hatten wir schon im Sommer 2010 Kinder aufgenommen und zunächst in einem Notlager in Zelten untergebracht.

Mittlerweile leben in dem von uns gemieteten und wohnlich eingerichteten Haus 21 Mädchen. Sie werden von einer warmherzigen und mütterlichen Frau betreut, die auch die nötige Autorität besitzt. Eine andere und seit vielen Jahren bewährte treue, ebenfalls haitianische Mitarbeiterin sorgt für eine saubere Buchführung und kümmert sich auch sonst nach außen hin um alles, was ein solches Heim benötigt.

Für die Jungen, die bisher noch in kleinen Einheiten zusammenwohnen, suchen wir eine passendere Bleibe. Wir können dann auch noch einige Jungen aufnehmen, die dringend auf unsere Hilfe warten. Das ist unsere zurzeit vordringliche Aufgabe.

 

Die von uns aufgenommenen Kinder sind mit allem Nötigen versorgt und werden erzieherisch gut betreut. Sie erhalten eine gute schulische und berufliche Ausbildung.

Unsere Ziele sind:

Wir möchten in unseren Heimen verantwortliche, sozial engagierte Mitmenschen auf der Grundlage christlicher Werte heranwachsen sehen. Auch Ihre Heimpatenschaften, um die wir Sie bitten, helfen uns dabei.

Schulbesuch wird durch Patenschaften ermöglicht

Wir hoffen, dass die Jugendlichen am Ende ihres Aufenthaltes bei der HKH mit Freude auf die Zeit in den Heimen zurückblicken und sich möglichst noch eine Zeit lang (wir denken an ein Jahr) nach ihrer Ausbildung für die HKH engagieren. Die Ausbildung soll den spezifischen handwerklichen oder akademischen Begabungen der Jugendlichen entsprechen. Auch hier brauchen wir Ihre Mithilfe als Paten für Schule und Ausbildung. Für alle Paten-schaften erhalten Sie möglichst zweimal, mindestens jedoch einmal jährlich einen Bericht über „Ihr Kind“. Eine Reihe von Patenschaften konnten wir bereits an Schulen in Haiti vermitteln; weitere Kinder warten auf unsere Unterstützung für den Schulbesuch.

Wie in einer normalen Familie sollen die Jugendlichen im Älter-Werden mehr und mehr Verantwortung für die Jüngeren übernehmen. Dadurch werden sie etwas von Haushaltsführung und Kindererziehung lernen.

Mikrokredite sollen nur im kleinen Maßstab gegeben werden, weil dies, wenn man es gut machen will, sehr Personal intensiv ist. Mikrokredite sehen wir nicht als Schenkungen an, sondern als Hilfe zur Selbsthilfe. Wir denken z.B. an eine Starthilfe, wenn unsere Jugendlichen sich in ihrem erlernten Beruf selbständig machen wollen.

Wir wollen nach und nach unsere Arbeiten in Haiti ausweiten und werden dazu weitere gute, qualifizierte MitarbeiterInnen brauchen. Aber auch in Deutschland wollen wir die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen.

Wir sind offen für weitere ehrenamtliche Mithelfer im Verein. Wenn Sie sich ein solches Engagement vorstellen können, würden wir uns freuen. Nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Bitte unterstützen Sie uns weiter für die Kinder in Haiti. Schon heute ganz herzlichen Dank dafür.

 

Mit freundlichen und freundschaftlichen Grüßen

Claire Höfer                                   Winfried Hoffmann                               Alois Vogg

1. Vorsitzende                                2. Vorsitzender                                  Schatzmeister

 

 

 

 

 


Haiti – ein Jahr nach dem Erdbeben

Der Auszug aus dem Jahresbericht des Gymnasiums Gröbenzell als PDF (Mai 2011)

(Bericht von Sonja Wanner – Gymnasium Gröbenzell)